Montag, Juli 30, 2007

Kino & FFF: MR. BROOKS


Official Selection Fantasy Filmfestival 2007

MR. BROOKS will irgendwie so gar nicht in das Raster passen, welches ich vorher für ihn gebastelt hatte. Nein, Bruce A. Evans’ neuster Film ist viel eher eine ruhige Mischung aus Psychothriller, Satire, Familiendrama und dem guten alten Ermittlungskrimi. Das alles wird von Evans toll verschachtelt und in eine sehr ansehnliche Form gebracht.

Primär geht es zwar um Earl Brooks, der versucht dem Verlangen nach Mord zu entfliehen und der dabei sein Teufelchen auf der Schulter sitzen hat. Dieses wird von keinem geringeren verkörpert, als von William Hurt himself. Doch nicht nur er brilliert im Film. Auch Costner macht eine verdammt gute Figur in dem ambivalenten Charater des Mr. Brooks, was ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut hätte. Zu keinem Zeitpunkt kommen Zweifel an seinem innen Kampf auf, was schließlich die Prämisse seiner Figur darstellt. Deswegen breche ich gerne mit dem Tabu, die Schauspieler in MR.BROOKS zu loben: Selbst Demi Moore wusste bis auf ein paar kleinere Ausflüge ins Overacting in ihrer Rolle der Ermittlerin zu gefallen (Ihre erste Szene als knallhartes, abgeklärtes Copgirl ist schon etwas… man könnte sagen… unglaubwürdig.). Trotz zahlreicher Fehlschläge in ihren Filmographien beweisen beide: Sie können wenn sie wollen… und vielleicht auch dürfen.

Des Weiteren sind sie Nebenplots, in die MR. BROOKS öfters abtaucht, äußerst gelungen. Selbst ein Part von Demi Moore, der auf den ersten Blick vielleicht unnötig aussieht, beweißt spätestens bei der Einbindung in den Hauptstrang der Geschichte ein amüsantes Maß an Ironie. Es sind die tollen Einfälle welche MR. BROOKS so sehenswert machen. Deshalb ist es auch zu verschmerzen das die Opfer oft nur als Vehikel für Earl Brooks’ persönliche Gradwanderung dienen und uns sonst eher blass und fremd vorkommen. Mit einem größeren Bezug zu den Opfern hätte der Film die ambivalente Hauptfigur sicher noch unterstreichen können. Auch dies ändert jedoch nicht daran, dass ich lange nicht mehr so einen sympathischen und interessanten Serienkillerfilm (ZODIAC spielt hierbei schon wieder in einer eigenen Liga) gesehen habe. MR. BROOKS nimmt sich selbst nicht so ernst, schafft es aber trotzdem auf dem schmalen Grad zwischen schwarzem Humor und spannendem Thriller zu bestehen. Ich fand’s toll.

7-8/10

Kommentare:

CineKie hat gesagt…

Für den Fall, dass du es korrigieren möchtest: Kevins Nachname schreibt sich mit "C", nicht mit "K".

Vengeance hat gesagt…

lustig!

Und danke..:-) *lol*

Knurrunkulus hat gesagt…

Hei, da habe ich jetzt aber mal so richtig Lust drauf bekommen. Und dass Kevin Costner es kann wenn er will und darf, naja, das hätte ich dir auch früher sagen können. Ich rufe nur laut (und ein wenig verschämt, da ich meist allein auf weiter Flur damit stehe) den Namen "Tin Cup" in die Runde und bin dann auch schon wieder weg. ;)

Vengeance hat gesagt…

ich fand auch DER MIT DEM WOLF TANZT gut, so sit das nicht. rede eher von Waterworld und Co. Zwischendrin hat Mr. Costner viel Müll gedreht.

MR BROOKS ist aber eine seiner besten Rollen überhaupt, wenn man mich fragt.

J.M.K. hat gesagt…

das liest sich doch mal richtig gut, auch wenn das für mich eher ein Fall für die DVD ist. Aber Hr. Costner mal als böser Bube....

Vengeance hat gesagt…

leider bringe ich keine geeigneten Argumente zusammen, wieso man MR. BROOKS unbedingt im Kino sehen sollte. Aber wert wäre es der Film definitiv :-)

ja, auch wegen Costner.

TheRudi hat gesagt…

Hab ich jetzt (u.a. wegen deiner positiven Worte) gesehen und fand ihn ganz okay. Im Kino muss man den aber m.E. nicht gesehen haben und ich täte ihm für sein seichtes dahinplätschern im Gegensatz zu dir noch einen Punkt abziehen. Aber stimme euch zu: mal wieder ein besserer Costner.

Vengeance hat gesagt…

denke mal du hast ihn auch auf dem FFF gesehen oder?

Dahinplätschern? FInde ich eigentlich nicht. Aber gut... mochte vor allem den ruhigen Rythmus des Films. Zu Costner muss ich wirklich nichts mehr sagen.