Montag, Juni 17, 2013

DINING // Maaschanz, Frankfurt-Sachsenhausen



















Wertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆

Nach zahlreichen Links in diversen Zeitschriften rund um Frankfurter Gastronomie wollten wir das Restaurant Maaschanz in Sachsenhausen ausprobieren. Eine süße Terrasse - nur durch eine Straße vom Main getrennt - sorgte schon mal für gute Laune. Also wählten wir dort einen Platz und bekamen prompt vom Servicepersonal (inklusive Chef) die Karte überreicht. Diese ließt sich sehr gut und macht Lust auf mehr. Tolle Kombinationen und eine schöne Auswahl die nicht erschlägt. Wir fragten zu Beginn gleich ob EC oder Kreditkarten akzeptiert werden - EC ist kein Problem. Auch super. Das Essen kam. Es war lecker, aber in Relation zum Preis doch wirklich sehr wenig. 7 Blätter Kräutersalat und eine kleine Scheibe Ziegenkäse hatten einen doch eher stolzen Preis. Nun gut, dennoch alles noch "ok" bis hierhin. Bis ich eine Cola light bestellte und die Bedienung mit einer normalen ankam. "Light haben wir nicht, aber normale". Ich sage: "Oh schade, dann würde ich bitte ein Mineralwasser nehmen." Bedienung schaut mich verwundert an und geht. (Es wird einen Grund gehabt haben, wieso ich keine normale bestellt hatte. Naja...)

Der richtige Hammer kam dann aber beim Bezahlen: Wir hatten eine 60 Euro Rechnung und wollten getrennt mit Karten zahlen. Dies war aber auf einmal nicht mehr möglich. Wir wurden schräg angeschaut und es hieß: "nein nein nein, nicht für solche Beträge. Sie können doch keinen Espresso mit Karte zahlen!" - Das wollten wir auch nicht. Es waren rund 20 Euro je Person. Man gab uns massiv das Gefühl das wird ohnehin schon zu wenig Umsatz gemacht hätten und dann auch noch - im Jahre 2013 - eine Kartenzahlung je Person!? Wie frech von uns. Wir zahlten dann gemeinsam und waren uns alle einig: nein, eher nicht noch mal. Schade.


Freitag, Juni 07, 2013

FILM // Freier Fall (20133

















FREIER FALL / DE / 2013
Wertung: ★★★★★★★☆☆☆

Es sind dann doch meist Filme, die man schon weit im Vorfeld ausschliesst und von denen man schlussendlich doch überrascht ist. Von denen man denkt genau zu wissen, dass sie jede Klischeeschleife mitnehmen ohne auch nur einmal zu blinzeln. Auch FREIER FALL ist hierfür ein Beispiel. Eine gelungene "Verdeutschung" von BROKEBACK MOUNTAIN, in der man Cowboy-Spirit gegen das nach wie vor unaufgeschlossene Milieu der Bundespolizei eintauscht.

Dieser Transfer funktioniert erstaunlich gut. Der Film zeichnet den Blick aus der Provinz auf, der nach wie vor mit vielen Vorurteilen behaftet ist. So richtig tief taucht Regisseur Stephan Lacant nicht in die dunklen Tiefen der Thematik ein. Doch das ist nicht weiter schlimm. FREIER FALL lebt vor allem von der großartigen Kameraarbeit, welche die Erzählungen mit vielen wundervollen CloseUps und Kamerafahrten beflügelt. Und zum anderen ist es das großartige Ensemble. Bis in die kleinste Rolle werden die vorgefertigten Figuren glaubhaft und nah wiedergegeben. Allem voran natürlich das neue Traumpaar am Kinohimmel: Max Riemelt und Hanno Koffler. 

Natürlich gibt es auch ein paar Schwachstellen. So macht der Film gerade in der ersten Hälfte einige Eingeständnisse an sein breites Publikum, auf die man hätte auch gut und gerne verzichten können. Was man dem Film aber in jedem Fall anrechnen muss: in der zweiten Hälfte springt FREIER FALL über nahezu jedes Klischee-Fettnäpfchen lässig hinweg. Stellenweise mag man gar nicht hinsehen, denkt genau zu wissen was jetzt kommt und schließt innerlich mit dem Film ab. Doch immer genau dann ist FREIER FALL unverhofft selbstbewusst und beweist, dass es ihm zum großen Teil auch um die Figuren geht und nicht um Anbiederung beim Publikum. 

Dies hat vor allem Auswirkungen darauf, dass wir nach der letzten Szene mit einem sehr guten Gefühl aus dem Kino gehen. Dieses Gefühl enthält mehr Message als jede Zuckerwatte, in der man den Film schon eingewickelt sah. 


Dienstag, Mai 14, 2013

FILM // Star Trek Into Darkness (2013)


















STAR TREK INTO DARKNESS / USA / 2013
Wertung: ★★★★★★☆☆☆☆

Das zweite Kapitel in J.J. Abrams' Version von STAR TREK - leider aber nicht so gelungen wie noch der erste Teil. INTO DARKNESS ist viel eher ein dunstartiges Überbleibsel. Ein durch und durch glattes Teil - ohne jegliche Höhen und Tiefen. Mal lustig, mal spannend, mal actionreich. Aber nie wirklich clever. Nie überraschend. Dieser Film ist die Essenz der abramas'schen Tricktüte, eingekocht auf ein paar Versatzstücke die man in vielen seiner Filme und Serien findet. Am ehesten wohl auf einem Level mit MISSION IMPOSSIBLE 3, einem ebenso soliden Film. Doch bereits kurz nach dem Kinobesuch wirkt das große Effektfeuerwerk auch schon wieder irgendwie egal.

Es fehlt an den Momenten, die den Regisseur in LOST beispielsweise auszeichneten: Fuck Yeah-Momente, die den Zuschauer überraschen und begeistern. Der Vorgänger hatte diese. Gepaart mit einer Blockbuster-untypischen Leichtigkeit und einem sensationellen Look. INTO DARKNESS kommt leider nie ganz an dessen Messlatte ran. Er unterhält gut, besitzt (weiterhin) einen tollen Cast, der wiederum sympathische Figuren verkörpert und besitzt einen Bösewicht, der mit seinem großartigen Spiel leider viel zu kurz angebunden wird. Alles in allem ein Film für die ganze Familie. Für alle ein bisschen, aber für keinen so richtig (nachhaltig). Unterhält - eine Begeisterung bleibt jedoch aus.


Samstag, Mai 11, 2013

FILM / Evil Dead (2013)














EVIL DEAD / USA / 2013
Wertung: ★★★★★★★☆☆☆

Die Extraportion Skepsis gegenüber dem Remake des Sam Raimi-Klassikers THE EVIL DEAD war berechtigt. Doch Wunder gibt es immer wieder. Erstaunlicher Weise hat Fede Alvarez mit seinem ersten Spielfilm einen durch und durch gelungenen Genrebeitrag angefertigt.

Wer auf eine Kopie vom Vorbild im Sinne von Remakes a la PSYCHO oder FUNNY GAMES gehofft hat, liegt hier absolut falsch. Im Prinzip teilen sich beide Filme nur ein sehr vages Grundgerüst und die fiese Mischung aus Schockmomenten und Splattereinlagen. Schon allein die Ausgangssituation ist eine gänzlich andere: Es ist nicht das lauschige Pärchen-Wochenende, auf das es die Protagonisten im Reboot abgesehen haben: Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Freundin bzw. Schwester Mia durch den Entzug zu begleiten, nachdem sie beinahe an einer Überdosis gestoben wäre. Dieser kleine aber (sehr) feine Unterschied sorgt stellenweise nicht nur für eine entsprechend bessere Identifikation mit den Figuren (hier holt Alvarenz auch den letzten Tropfen aus der schrumpligen Genre-Zitrone heraus, selbst wenn das natürlich insgesamt auch recht wenig ist), es öffnet dem Zuschauer außerdem eine Kellerluke auf eine komplett neue Subtextebene. Alles was in EVIL DEAD vor sich geht, kann sowohl auf der herkömmlichen Ebene (die des Originals) gedeutet werden, funktioniert aber auch ganz hervorragend als Schreckensgeschichte vom kalten Drogenentzug, den die Hauptfigur durchleidet.

Der Weg zum Finale ist mit vielen gemeinen Schockmomenten gespickt, die zwar meist eher via Paukenschlag entgegen springen, ihre Wirkung aber nicht verfehlen. Und auf der anderen Seite - so liebt man das Vorbild - gibt es Splatter und Gore bis zum Abwinken. Wieder einmal wird versucht auszuloten, was der moderne Horrorfan noch so erträgt. Und hier sind einige Sauereien am Start. Die Gorehounds dürfen sich freuen: Die Spezialeffekte in diesen Szenen sind hervorragend/beängstigend. Darstellerisch bleibt EVIL DEAD bis auf die kesse Hauptdarstellerin (Emma Stone anyone?) eher durchschnittlich. Gerade Lou Taylor Pucci enttäuscht doch sehr, hat man ihn doch schon in so viel größerer Spielwut gesehen. (THUMBSUCKER, CHUMSCRUBBER, THE HORSEMEN)

Was im Detail das Original immer noch abhebt sind die erlesenen Zutaten, die am Ende Haute Cuisine ergeben. Die relativ lahme Geschichte wird von (1981!) unfassbar guten Kameraeinstellungen und Schnittfolgen in Verbindung mit einem astreinen Sounddesign getragen. Und last but not least hat der Film natürlich B R U C E  C A M P B E L L -  Held einer ganzen Generation. Das Remake muss sich aber sicher nicht verstecken. Ein toller Genrefilm. Mindestens so effektiv wie einfach. Ein Filmchen, dass vieles richtig macht. Die Liebe (oder sollte man dank Produzent Sam Raimi lieber sagen "väterliche Fürsorge"?) zum Klassiker ist spürbar und in vielen Momenten auch neckisch vorgeführt oder weitergesponnen. Am Ende kann ich nicht anders - Ich muss den Film mögen. Vielleicht erwartet uns mit CARRIE schon das nächste großartige Genre-Remake!? EVIL DEAD zumindest hat - gemessen an dem was möglich war - mit Bravur bestanden. PS: Sitzen bleiben bis das Licht im Saal angeht!


Dienstag, Mai 07, 2013

FILM // I Give It A Year (2013)


















I GIVE IT A YEAR / UK / 2013
Wertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆

Was sind das für seltsame Comedy-Bastarde, die das Kino derzeit heimsuchen? Schon MOVIE 43 ging komplett baden. Toller Cast, ein - wenn überhaupt - skizzenhafter Handlungsrahmen und ein alter Zoten-Zopf nach dem anderen... fertig ist auch dieser Film. In dem Fall kommt aber leider eine übergroße Schaufel Klischeeblindheit hinzu. Aus dieser Mixtur entsteht dann schließlich ein durch und durch verbittertes Welt- und Beziehungsbild, wie es eigentlich nur eine Stephanie Meyers hätte schreiben können. Rose Byrne  tut dem Zuschauer nur leid. Fast könnte man ihre mitleidigen Blicke falsch verstehen. Zwei bis drei tolle Ideen bzw. Szenen gibt es insgesamt aber schon, die sogar nachhaltig entzücken. Ändert aber nichts daran: Im Grunde eine ganz miese Tour.